Quo Vadis Turnierkoordination?

Wollen der Hamburger Tanzsportverband (HATV) und der Landestanzsportverband Schleswig-Holstein (TSH) wirklich neue Wege gehen?

Diese Frage bewegt im Januar 2011 viele Tänzer.
Der TSH und der HATV laden über ihre Webseiten alle Vereinsverantwortlichen zu einer Versammlung zum Thema "Turnierkoordination" ein. Dort heißt es u.a.:


Liebe Vereinsvertreter,
die Ausfälle im Turniergeschehen 2010 sind besorgniserregend gestiegen.
„Es ist fünf vor zwölf“… so könnte man es formulieren. Es muss etwas geschehen und die Turnierdurchführung und Turniervergabe in unseren Landesverbänden muss dringend reformiert werden.

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Schon längere Zeit ist allen Verantwortlichen der Umstand bekannt, dass für Tanzsportturniere die

Meldezahlen Rückläufig und die Zahlen für Turnierausfälle steigend sind. Schon im Januar 2010 zum Beispiel war auf der Verbandseite des HATV u.a. dies hier zu lesen:


…Anschließend wurde noch einmal der Vergabemodus für Meisterschaften erläutert und diskutiert. Auch das Thema "Turnierbörse" nahm Raum ein. Die meisten anwesenden Sportwarte waren sich darüber einig, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Von freiwilliger Selbstkontrolle war die Rede. Bei einer Ausfallquote von 32% aller Turniere und einer Durchschnittsbeteiligung von 8,2 Paaren je Turnier, mehr als notwendig…

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Im Juli 2009 gab es diese (Erfolgs)Meldung auf der HATV Verbandsseite. Der Beschluss von gemeinsamen Landesmeisterschaften nach dem Motto:


...Weniger Termine, größere Startfelder, echte Konkurrenz.

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Freiwillige Selbstkontrolle - Fehlanzeige!

Geändert hat sich an der Praxis von Vereins- und Landesverbandsvorständen in den letzten 24 Monaten aber offensichtlich nichts. Die als Reaktion des schon im Jahr 2009 erkannten nagtiven Trends angekündigte freiwillige Selbstkontrolle hat nicht stattgefunden bzw. versagt. Auch hat niemand der Verantwortlichen aktiv Kontakt zu den Besuchern oder auch Teilnehmern von Tanzsportturnieren aufgenommen oder diesen in anderer Form gesucht. Niemand aus diesem Kreis scheint wirklich an einem echten Feedback interessiert zu sein. Im Gegenteil, Kritik ist verpönt und die Aktiven fürchten sich scheinbar, offen ihre Meinung zu sagen.

Aus den bisher hier auf Ballroomcheck.de in den letzten 20 Monaten abgegebenen Bewertungen lässt sich leider noch keine gesicherte Aussage treffen. Dazu sind leider noch viel zu wenig Daten vorhanden, aber eines scheint sicher zu sein:

Eine gute Stimmung, ein gut organisiertes und kompetentes Team, ein geeigneter Saal incl. passender Infrastruktur und größere Startfelder (also mehr Paare als nur für eine Vorstellungs- - und Endrunde) sind mit Sicherheit ein Qualitätsmerkmal auf das von Seiten der Aktiven und Zuschauer viel Wert gelegt wird.


Daraus kann abgeleitet werden:

Viel Zeitverzug, eine für heutige Verhältnisse kleine bzw. ungeeignete Tanzfläche, 4 Paare, sofort eine Endrunde an einem Sonntagabend um 18 Uhr mit nur 3 Zuschauern, dies alles wird mit Sicherheit dazu beitragen, dass das nächste dort stattfindende Tanzturnier ausfällt. 

Wie wäre es denn, wenn die Verantwortlichen nicht nur darauf schauen, ob sich Veranstaltungen an einem Wochenende  überschneiden, sondern viel mehr Wert und Augenmerk darauf gerichtet wird, welcher Verein welches Turnier und wie ausrichtet und von wie vielen Tanzpaaren überhaupt im eigenen Landesverband ausgegangen werden kann?

Festlegung von Quoten und Ausschreibung der Turniere

Wenn eine freiwillige Selbstkontrolle offensichtlich nicht funktioniert, dann müssen vielleicht ganz klare Verbandvorgaben gemacht werden. Eine Möglichkeit wäre es eine Quote von Turnieren Verbandsseitig festzulegen und die Turniere im Anschluss auszuschreiben.
Der Rechenschlüssel für 6 einen Monateszeitraum könnte dazu wie folgt aussehen.


1. Anzahl aller Paare einer Startgruppe/Klasse Minus einer Ausfallquote von 40 %
2. Eine gewünschte Mindeststartfeldgröße
3. Anzahl Paare geteilt durch Startfeld ergibt die Anzahl der möglichen Turniere

 

Beispiel:
Angenommen wir haben insgesamt 35 Paare mit Startmarke in der in Frage kommenden Startgruppe/Klasse.
Daraus ergibt sich pro Turnier eine angenommene maximal mögliche fiktive Meldezahl von 21 Paaren in dieser Stargruppe/Klasse. Angenommen die gewünschte Mindeststartfeldgröße wäre ausgelegt auf 3 Runden (Vor-, Zwischen- und Endrunde). Dann würden dazu mindestens 13 Paare erforderlich sein.

Daraus ergibt ich dann folgende Rechnung:

21 Paare geteilt durch 13 erforderliche Teilnehmerpaare ergibt eine Anzahl von maximal 1,6 Turnieren.
Großzügig aufgerundet und dies nur mit dem Blick auf die verbandseigenen Paare, ergibt sich dann die Anzahl von 2 Turnieren innerhalb eines haben Jahres. Also in jedem Landesverband genau ein solches Tanzsportturnier pro Halbjahr.

Monitoring,  Qualitäts- und Erfolgskontrolle

Im Anschluss an ein durchgeführtes Turnier sollte dieses sachlich unter Betrachtung von Qualitätsmerkmalen von Vereins- und  Verbandsverantwortlichen selbstkritisch analysiert und bewertet werden. Dazu wäre es erforderlich und sicherlich hilfreich in einen ständigen offenen Dialog mit allen Beteiligten (Helfer / Aktive / Funktionäre / Zuschauer) einzusteigen und zu bleiben.

Im Landestanzsportverband Berlin machen es der Turniertanzkreis Am Bürgerpark e.V. und das TSZ Blau Gold Berlin e.V. im übrigen vor, wie ein solcher Dialog, ohne viel Aufwand, aussehen kann.

Wir wissen, es handelt sich um ein sehr schwieriges Thema und jeder möchte sicher jedem gefallen.
Aber in Zeiten des Überangebotes und sinkender Nachfrage, wird in der freien Wirtschaft das Angebot eingeschränkt, um die Nachfrage zu stabilisieren bzw. wieder zu erhöhen.

Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht.